Bewegende Zeiten und bewegte Bilder

Der letzte Blog-Beitrag 2023 sollte vielleicht ein Jahresrückblick sein. Ist er in meinem Blog aber auch in diesem Jahr nicht! Jedenfalls nicht nur …

Doch ein bisschen Rückschau

Sicher: ich könnte darüber schreiben, dass ich mein Versprechen gehalten habe, in jedem Monat mindestens einen Beitrag zu posten (statistisch: mehr als 1,8 Beiträge pro Monat).

Und ich könnte auf meinen letzten Blog-Beitrag des Jahres 2022 verweisen (5 Jahre Instagram sind genug!): die dort erwähnte Prokrastination habe ich im Jahr 2023 zwar nicht komplett – aber doch oft genug überwinden können. So habe ich z. B. nie meinen Rückzug aus Instagram bereut!

Dann kam ja auch noch (im November) diese schreckliche 60! Zum Glück habe ich mir immer noch genug Optimismus (ich weiß: für manche nur ein Mangel an Information!) bewahrt, dass ich diesen Schreck schnell überwunden hatte.

Aber – meinem Ruf als »Steh-auf-Männchen« entsprechend – natürlich schmiede ich wieder einmal viele, neue Pläne für das kommende Jahr!

Was wird das Jahr 2024 bringen?

Keine Ahnung. Aber ich darf Euch verraten, dass ich auch 2024 wieder einmal ein paar Dinge ändern werde.

Kein bezahltes Abo mehr bei XING

Mein erweitertes Abo bei XING habe ich gekündigt. Das fiel mir nicht leicht, da ich diesem Netzwerk einige berufliche Änderungen verdanke. Leider verabschieden sich aber so viele Mitmenschen aus diesem Netzwerk, dass auch ich keinen Sinn mehr darin sehe, ein bezahltes Abo bestehen zu lassen. Ich will ja nicht der Letzte sein …

Weiterbildung

Ja, ich stehe zu dem Begriff »Lebenslanges Lernen«! Das wird sich auch nach 60 bei mir nicht ändern. Dafür habe ich viel zu viel Spaß daran, Neues zu lernen und zu entdecken.

Bei der Suche nach den (für mich) besten Möglichkeiten des Lernens fiel mir ein, dass ich früher »Video2Brain« genutzt habe. Heutzutage nutzt jeder für »Die kleine Aufschlauung zwischendurch« einfach YouTube …

Manchmal darf es aber auch mehr sein! So nutzte ich auch ab und zu die Plattform »Udemy«. Zum Beispiel Mitte Dezember zum Thema »Change Management«.

Bei der Recherche zum Thema Schulungen stellte ich fest, dass man als Premium-Mitglied bei LinkedIn die angebotenen Schulungen ohne Mehrkosten nutzen darf. Dann traf mich per E-Mail die Verlockung einer kostenlosen Probe-Mitgliedschaft bei LinkedIn. Dieses Netzwerk nervt mich zwar sowohl durch die Nähe zu Microsoft (seit 2016 gehört es zu diesem Konzern) als auch durch die Anmutung einer Anwendung aus dem Hause Zuckerberg. Aber leider spielt hier die (berufliche) Musik. Und nicht mehr bei XING (siehe oben). Also: LinkedIn, ich komme!

Private Interessensverschiebung

Meine Hobbys sind den Lesenden dieses Blogs bekannt. Neben der Musikproduktion spielt die Fotografie in meinem Privatleben eine große Rolle. Seit längerem liebäugele ich allerdings wieder mit dem Thema »Film« bzw. »Video«. Während meiner langen Berufslaufbahn hatte ich schon einmal intensiv damit zu tun: sowohl die Animation (2D und 3D) als auch die Erstellung von Image-Filmen für Unternehmen zählten zu meinem Angebots-Portfolio als Agentur (1994 – 2006).

Damals filmte ich mit einer Canon XL1 und schnitt mit Adobe Premiere auf einem PC die Filme zusammen. Oft kombinierte ich auch computergenerierte Animationen mit Realaufnahmen …

Seitdem hat sich in diesem Bereich sehr viel getan. Und obwohl ich keine Film- oder Videoproduktion mehr anbot und mich mehr dem Hobby Fotografie widmete, blieb ich informiert und beobachtete diesen Bereich immer mit großem Interesse. Aber mein Hobby blieb die Fotografie!

Wenn das Schicksal winkt

Dann passierten in diesem Jahr zwei Dinge:

  1. ergab sich über den Fotoclub Creativ die Chance, für unsere Stadt einen kleinen Videofilm anlässlich eines öffentlichen Events zu erstellen und
  2. fragte mich kurz darauf ein Arbeitskollege, ob ich denn auch etwas mit »Filmen« zu tun hätte …

Gut, das Filmchen zum ersten Punkt war nicht der Rede wert. Ich filmte an dem betreffenden Abend mit meinem iPhone (immerhin montierte ich es vorher auf mein Fotostativ) und schnitt anschließend die Clips mit der (für mich neuen) Software Final Cut Pro von Apple. Da ich überhaupt nicht mehr gewohnt war, Filme zu schneiden und mich in Final Cut Pro noch gar nicht eingearbeitet hatte, dauerte die Erstellung viel länger als gedacht. Das ärgerte mich ein wenig. Schließlich war ich ja schon einmal »Profi« in diesem Bereich. Das Ergebnis begeisterte aber die Zuständigen der Stadt. Das Filmchen lief sogar während einer Veranstaltung in unserer Partnerstadt in Polen.

Aber als mich kurz darauf mein Arbeitskollege fragte, ob ich für die Band, in der er mitspielt, ein Promotion-Filmchen aufnehmen könnte, nahm ich das als Wink des Schicksals!

Deal?

Ich bot ihm einen Deal an: ich würde für diese Band ein Filmchen produzieren – und zwar kostenlos! Im Gegenzug ließ mir die Band freie Hand in der Ausführung und stellte keinerlei Forderungen. Erwartungsgemäß ließen die Musiker sich darauf ein! Ich sah darin die Chance, mich wieder in diesen Bereich einzuarbeiten.

Video Re-Boot

So, jetzt galt’s! Ich las mich intensiv in die aktuelle Technik ein und machte mir Gedanken, welche Ausrüstung ich (mit überschaubaren Investitionen) als Minimalausstattung benötigte.

NIKON ade

Schnell war mir klar, dass ich der Marke Nikon (im Bereich Fotografie ist diese Marke meine Wahl) wohl untreu werden müsste.

SONY!

Nach reiflicher Überlegung wollte ich mit einer älteren, kleineren Sony als Kamera beginnen. Das Verhältnis von Leistung und Preis erschien mir bei der SONY α6400 in meiner Situation ideal. Da dieses Modell auch schon länger am Markt ist (seit Januar 2019), sollte ich es auch gebraucht erwerben können.

In der Nachbarschaft!

Ich staunte nicht schlecht, dass ich nach einem Blick in das Online-Portal »Kleinanzeigen.de« sogar auf ein Angebot aus unserem kleinen Städtchen stieß! Zusammen mit einem SONY-Objektiv (10 — 18 mm, f 4) und einigem Zubehör hatte ich die Basis meiner Ausrüstung. Dann kamen die ganzen Jahres-End-Angebote (»Black-Blah,blah,blah-Weeks« und Co.) und schon war ich ziemlich gut ausgestattet: ein digitaler Recorder/Monitor, ein Motor-Slider, ein Video-Kopf für mein Stativ, einige Adapter für meine vorhandenen NIKON-Objektive, ND-Filter und viele diverse Zubehör-Teile zähle ich mittlerweile zu meiner Ausrüstung. In Kombination mit meinem Foto-Equipment sollte sich damit etwas anfangen lassen!

Intermezzo: HipHop-Meisterschaft der Tochter

Um mit meiner Ausrüstung für den »Ernstfall« gerüstet zu sein, wollte ich zunächst einmal üben. Ich schleppte mich mit Stativ und einigem Zubehör am 4. November 2023 nach Osnabrück in die Stadthalle. Dort nahm ich die Choreografie der Gruppe auf, in der meine Tochter HipHop tanzt. Extra zu diesem Anlass lieh ich mir von einem professionellen Verleih ein SONY Tele(zoom)-Objektiv: 70 – 200 mm. Beim Fotografieren hatte ich mit meiner Vollformatkamera NIKON D610 festgestellt, dass ich am häufigsten ein Brennweite von ca. 300 mm genutzt habe. Da ich nun mit der SONY α6400 eine Kamera mit APS-C-Sensor nutzen wollte, dachte ich, dass ich zwischen 70 und 200 mm Brennweite einen passenden Bildausschnitt erhalten würde.
Um es abzukürzen: ich lernte viel über meine neue Ausrüstung und hätte eine noch kürzere Brennweite gut gebrauchen können. Immerhin war das geliehene Objektiv sehr lichtstark (f 2.8) und fing in jedem Fall brauchbare Bilder ein. Und auch beim Nachbearbeiten und Schneiden lernte ich wieder sehr viel. Aber das war ja nur ein Test!

Gut vorbereitet ist halb gewonnen

Im Vorfeld stimmte ich mich mit meinem Arbeitskollegen ab. Neben ein paar Ideen für den Dreh gab er mir eine Tonaufnahme, die (zusammengeschnitten) vier unterschiedliche Songs enthielt. Zu diesen Songs sollten im Playback die Bandmitglieder aufgenommen werden.

Und: AUFNAHME!

Die Akkus waren geladen und der Speicher für den Digitalrecorder war leer und bereit:

Am Ende zog ich mit diesem Equipment los:

Am Samstag, den 9. Dezember 2023 traf ich mich dann zur Mittagszeit mit der Band »Shades of Rock« am Proberaum in Osnabrück. Die Absprache mit der Band war sehr entspannt.

Der Plan: 5 × 12!

Ich erklärte meinen Plan: Jedes Band-Mitglied (Sänger, Keyboarder, Bassist, Gitarrist und Schlagzeuger) sollte in eigenen Durchläufen zum Playback der vier Songs aufgenommen werden. Dabei montierte ich die Kamera auf mein Stativ. Da ich drei unterschiedliche Objektive dabei hatte, würde ich von jeder Person mindestens 12 Videoclips aufnehmen. Zusätzlich nahm ich die Kamera noch in die Hand und filmte während einer »Band-Performance« frei zwischen den Musikern.

Michael Gawron, der Bassist der Band, war so nett und stellte mir ein paar Schnappschüsse dieser Session zur Verfügung:

Das Ganze zog sich bis in den späten Nachmittag. Am Ende lud ich mein ganzes Equipment wieder ein und fuhr mit 63 Clips »im Kasten« nach Hause ins Münsterland.

Dort angekommen, sicherte ich zunächst alle aufgenommenen Dateien auf einem zweiten Speichermedium – sicher ist sicher!

Ordnung ist der halbe Schnitt

Nach der Datensicherung schaute ich mir alle Clips an und benannte die einzelnen Dateien nach einem selbst ausgedachten Schema: zunächst eine zweistellige Zahl, die der Song-Nummer entspricht (z. B. „01_“ für den ersten Song). Dann soll die Band-Funktion als Namensteil erscheinen (z. B. „VOC“ für „Vocals“). Als nächstes erhält der Dateiname eine Bezeichnung, die der Objektiv-Brennweite entspricht (z. B. „24mm“). Zum Abschluss wird der Dateiname mit einer dreistelligen Zahl ergänzt, die dem „Durchlauf“ entspricht (z. B. „002“ für „zweiter Durchlauf“).

Hört sich komplizierter an, als es ist:

Gar nicht so schwierig, das Schema: Songnummer_Musiker_Brennweite_Take

Durch diese Umbenennung werden alle Dateien nach Song sortiert untereinander aufgelistet. Innerhalb des Songs stehen dann die einzelnen Aufnahmen eines Musikers sortiert untereinander …

Der Film entsteht im Schnitt

Durch die Vorarbeit der Datei-Benennung konnte ich nun mit dem ersten Song beginnen. Ich setzte die Playback-Audio-Datei im Schnittprogramm als Referenz auf die Zeitleiste und zog mir die erste Aufnahme darüber. Da ich auch während der Videoaufnahme den Ton mit aufgenommen hatte, konnte ich nun die Aufnahme so lange hin- und herschieben, bis der Ton synchron war. Dann trennte ich den Original-Ton von der Videoaufnahme und löschte ihn. Das machte ich so lange, bis ich von allen Musikern alle Aufnahmen synchron – also »im Takt« – zur Playback-Spur hatte.

Hier sieht man diesen Zustand für den ersten Song:

Um möglichst übersichtlich diese 18 Videospuren (jeweils in 4K-Auflösung!) darstellen zu können, setze mein iPad (über ein Thunderbolt-4-Kabel am Mac Studio angeschlossen) als externen Video-Monitor ein.

Als nächstes werde ich nun die Spuren einzeln durchschauen und alle »guten« Szenen innerhalb der Spuren mit Schnitten trennen. Die »unglücklichen« oder auch nur »uninteressanten« Szenen werde ich dann deaktivieren. Nach diesem Schritt werde ich hoffentlich klarer sehen, welcher Musiker zu welchem Zeitpunkt eingeblendet werden sollte.

Aber das mache ich erst im nächsten Jahr!

Jetzt wünsche ich Euch erst einmal einen guten Rutsch ins nächste Jahr – wir sehen, lesen und hören uns in 2024!

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