Ich hasse diese Sätze, in denen wir versuchen, unsere Verwunderung darüber auszudrücken, wie schnell die Zeit vergeht.
„Was? Schon 2026? Wahnsinn, wie die Zeit vergeht!“
Aber jetzt sitze ich hier und denke genau das. Und ich wollte noch unbedingt im Jahr 2025 so viele Themen abarbeiten – genauer gesagt in Blog-Beiträge verwandeln. Das ist mein Dilemma: Ich bereite sehr viele Themen vor, sammle die benötigten Medien, schreibe teilweise sogar schon kurze Texte oder Textfragmente – produziere oft genug bereits Fotos für die jeweiligen Beiträge. Und dann drängt die Zeit und ich nehme dann doch wieder ein schnell umzusetzendes Thema.
Was ich alles im Jahr 2025 posten wollte …
Und dann doch nicht mehr geschafft habe, fertigzustellen:
- Meinen Bericht vom Superbooth 2025-Besuch in Berlin
- Die Ergebnisse meiner Pilz-Fokus-Stackings (zum ersten Mal mit der SONY)
- Die Fotos von der DOKOMI 2025
- Das DIY-Projekt „Schrägbrett“
- Die Ergebnisse von drei (!) Event-Fotografie-Aufträgen
- Das DIY-Projekt „Keyboard-/Schreibtisch-Beleuchtung“
- Mein Wettbewerbsfoto im Jahr 2025, mit dem ich den 3. Platz belegte
- Mein DIY-Drehkugelschreiber aus Olivenholz
- Den letzten Teil zum DIY-Spiel »HEXADAREA«
- Diverse Sound-Skizzen
- …
Prokrastination? Ne, dieses Mal nicht!
Der Grund, weshalb ich mich aktuell so wenig um meinen Blog kümmern kann, ist ein beruflicher! Vielleicht schreibe ich zukünftig mehr Details zu diesem Thema. Jetzt muss ich mich einfach auf ein schnelles Ergebnis konzentrieren und wähle das Thema …
Pilze!
Ich habe im Jahr 2025 zum ersten Mal mit meiner aktuellen Kamera Versuche im Bereich Stacking unternommen. Treue Fans meines Blogs müssten dieses Thema schon kennen. Ich habe nämlich im Mai 2023 schon einen ausführlichen Beitrag »Stacking« erstellt: LINK.
Dieses Mal ist alles anders
Im Jahr 2023 verwendete ich eine prozessorgesteuerte, motorgetriebene Schiene, auf die ich meine damalige Kamera (NIKON D 610) montierte. Der Prozessor bewegte durch den Motor an der Schiene die Kamera in kleinen Schritten Richtung Motiv und löste an der Kamera nach jedem Vorrücken eine Fotoaufnahme aus. So kam die Fotoserie zusammen, die man für das »Stacking« benötigt. Einstellen konnte man hier den Startpunkt, den Endpunkt und den Abstand der Zwischenschritte. Die Anzahl der Fotos ergab sich daraus.
Die Situation sah im Jahr 2025 ganz anders aus: Meine aktuelle Kamera (SONY alpha 6700) besitzt eine Funktion, mit der sie nach einem Foto den FOKUSPUNKT etwas nach vorn verlagert und anschließend eine weitere Aufnahme auslöst. Hier habe ich als einzigen Parameter zum Einstellen die ANZAHL der Fotoaufnahmen – nicht aber den (virtuellen) Abstand der einzelnen Fokuspunkte.
Was soll’s?
Wem das zu technisch ist: einfach runterscrollen und die Fotos genießen – kein Problem!
Es ist nicht ganz ohne, sich die oben beschriebenen Vorgehensweisen vorzustellen. Mir waren diese beiden grundsätzlich unterschiedlichen Vorgehensweisen bekannt. Aber nur eine davon hatte ich bis jetzt ausprobieren können – meine ehemalige NIKON hatte keine interne Stacking-Funktion. Umso neugieriger war ich auf die Ergebnisse der für mich neuen Vorgehensweise.
Das Setting
Da ich mir Pilze als erstes Motiv ausgesucht hatte, mussten die Aufnahmen »outdoor« erfolgen. Das hätte ich damals mit dem Motorschlitten nur mit einem größeren Aufwand umsetzen können. Nun, auch so hatte ich genug zu tragen …
Objektiv
Da ich mein geschätztes »TAMRON 90 mm« verkauft habe (ihr erinnert euch? NIKON-zu-SONY-Wechsel?), stand mir gar kein Makroobjektiv zur Verfügung. Wie konnte ich dann trotzdem Makrofotos anfertigen? Mit dem 135er von VILTROX (Blog-Beitrag)!

Dieses Objektiv eignet sich hervorragend für Portrait-Aufnahmen, kann aber auch ohne Weiteres als sogenanntes »Tele-Makro« herhalten. Und mit seiner Lichtstärke sollte es im Unterholz ebenso gut seinen Dienst tun.
Das komplett montierte Ding schraubte ich daher auf ein Stativ und fuhr an einen Waldrand in der Nähe. Dort angekommen, packte ich mein Equipment (eine kleine Akku-Leuchte hatte ich auch noch mitgenommen) und stapfte die Waldwege entlang.
Schnell war eine interessante Pilz-Konstellation gefunden. Ich richtete das Stativ aus, fokussierte im Abstand von ca. 70 cm auf den vordersten Punkt, den ich noch als scharfe Stelle im Foto sehen wollte. Im Stacking-Menü der Kamera stellte ich nun »60 Fotos« ein und ließ das Kästchen schnurren.
Ergebnisse
Den langwierigen und langweiligen Prozess, wie aus den Einzelfotos ein zusammengesetztes Stacking-Foto wird, habe ich ja schon einmal HIER beschrieben. Daher hier direkt die Ergebnisse von drei unterschiedlichen Plätzen, an denen ich fotografiert habe.
Zunächst ein Pilzpäärchen, das sich durch seine räumliche Staffelung als anspruchsvolles Motiv anbot:

Dann folgte ein viel kleinerer Pilz, den ich zunächst mit dem vorhandenen Licht und dann mit dem mitgebrachten Kunstlicht abgelichtet habe:


Was? Die Fotos sind euch zu »wuschelig« und der Hintergrund nicht weich oder unscharf genug? Bitteschön:

Oder hier:

Und hier:

Das letzte Foto macht eine prinzipielle Schwierigkeit beim Stacking deutlich: Wenn auf einigen Fotoaufnahmen bestimmte Bereiche des Motivs zu sehen sind, auf anderen aber nicht, kommt die Software nicht damit klar. Hier zunächst die Aufnahme im Ganzen:

Und nun der Ausschnitt, der den Fehler verdeutlicht:

Ich habe hier in einem zu flachen Winkel die Pilzoberfläche fotografiert. Das konnte die Software nicht so gut zusammenfügen. Okay, wie sagt man so schön? Lesson learnt!
Daneben habe ich auch einige Fotoserien löschen müssen, weil mir Insekten unverschämterweise ungefragt ins Motiv – besser gesagt: über das Motiv – gelaufen sind.
Am Ende habe ich viele Stunden im Wald verbracht und zu viele GByte an Fotos nach Hause geschleppt. Trotzdem finde ich einige Motive ganz gelungen.
Was meint Ihr? Schreibt mir gern in den Kommentaren, was ihr von Fotos haltet. Denn: Auch im Jahr 2026 freue ich mich sehr darüber!
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