Fehler als Chance!

Aufmerksame Menschen, die meinem Blog folgen, fragen sich vielleicht: „Was ist mit dem zweiten Teil des Beitrages ‚Küchenmusik – Teil 1‘?“. Nun, es wird keinen zweiten Teil geben! Dieser Beitrag handelt vom Versagen. Ach, nein: das ist zu hart ausgedrückt. Ich schreibe lieber: Dieser Beitrag zeigt, wie ich mit Rückschlägen umgehe. Vielleicht ermutigt das ja, über eigene »Niederlagen« ein wenig leichter hinwegzukommen …

In dem oben erwähnten Beitrag (hier der Link dorthin) aus dem Mai hatte ich ja beschrieben, wie ich es bewerkstelligen wollte, dass unsere Familie in der Küche komfortabler Musik hören kann. Die Pläne waren groß, die Motivation ebenso und ich war der Überzeugung, alle Aspekte richtig eingeschätzt zu haben.

Auf der anderen Seite hatte ich aber auch geschrieben:

„Wenn der Test zeigen sollte, dass die Technik nicht zuverlässig funktioniert oder der Klang der alten Lautsprechersysteme eine Nutzung nicht mehr lohnt, wird es keinen zweiten Teil geben.“

Zitat aus meinem Blog-Beitrag »Küchenmusik – Teil 1«

Und ein Teil dieser Vermutungen bewahrheitete sich.

Chronologie des Scheiterns

Wie damals angekündigt, testete ich die Technik, die ich als System zusammengestellt hatte. Das Ganze funktionierte tatsächlich sehr gut. Ich konnte mithilfe der Spotify-App auf dem Smartphone die Musik steuern. Die wurde dann über den Streaming-Netzwerkplayer und die Endstufe über die Box abgespielt. »Musik-Auswahl«, »Vorwärts«, »Zurück« – das funktionierte alles einwandfrei. Ja, sogar die Lautstärke konnte bequem eingestellt werden.

Bastel-Wastel wird aktiv

Also schnappte ich mir die erste alte Box und begann sie zu zerlegen:

Alter Wein in neuen Schläuchen?

Dann ließ ich mir im Baumarkt die berechneten Holzplatten zusägen:

Mit Stichsäge, Bohrmaschine und Co. baute ich alle alten Elemente in diese neue Box:

Nach der inneren Verkabelung schraubte ich dann auch noch die benötigte Endstufe an die Box. Zusammen mit dem Streaming-Netzwerkplayer (im Bild unten auf der Box zu sehen) konnte ich das Teil nun in der Küche ausprobieren:

Und ich war mir meiner Sache so sicher, dass ich für den zweiten Blog-Beitrag schon ein Titelbild erstellte:

Die harte Realität

In den folgenden Tagen freuten wir uns über die Möglichkeit, die gemeinsame Playlist hören zu können. Aber …

»Töpferner« Klang ohne Tiefen

Als ich das Titelbild für den ersten Teil dieses Blog-Beitrages kreierte, wusste ich noch nicht, dass ich mit dem abgebildeten Topf schon sehr visionär war: Die Box klang in unserer Küche total »topfig« und ließ so gut wie alle Bässe in der Musik vermissen!

Guter Rat … kann auch mal angenommen werden!

Wir waren also mit dem Klang des Systems nicht zufrieden. Meine Frau erwähnte dann noch, dass sie ja auch noch alte Boxen mit in den Hausstand gebracht hätte.

Die alten Technics-Boxen

Ich erinnerte mich noch daran, dass diese Dinger (die ebenfalls im Keller schlummerten) keinen so guten Eindruck bei mir hinterlassen hatten. Der Grund: die hatten ja noch nicht einmal Kalotten-Hochtöner! Die Firma Technics hatte diese Modelle tatsächlich mit Konus-Hochtönern ausgerüstet. Außerdem waren die Boxen lächerlich leicht. Und zu guter Letzt waren es Bassreflex-Boxen, die noch nicht einmal eine Bassreflex-Röhre hatten! Lediglich ein Loch (!) in der Rückwand sollte für die Abstimmung des Tieftöners in diesem Gehäuse sorgen. Das kam mir sehr suspekt vor und ich war mir sicher, dass DIESE Lautsprecher mit Sicherheit NICHT besser klingen würden, als die Boxen, die ich aus vermeintlich hochwertigeren Systemen zusammengebaut hatte.

Hochmut kommt vor dem Fall

Natürlich rümpfte ich nicht zu offensichtlich die Nase, als meine Frau fragte, ob wir nicht eine ihrer Boxen testweise an dieses System anschließen könnten. Da ich wusste, dass meine Frau mir keine ruhige Minute mehr gelassen hätte, solange ich diesen Test verweigern würde, ließ ich mich dazu herab, die alten Boxen herauszusuchen.

Gemeinsam staubten wir eine Box ab und testeten vorab im Keller die prinzipielle Funktionstüchtigkeit. Da die Box den Test bestand, baute ich sie statt der Selbstbaubox in der Küche ein.

Mein Eingeständnis

Ja, ich musste zugeben: Diese Box klang tatsächlich wesentlich besser als die von mir zusammengebaute! Sie musizierte kein bisschen »topfig« und liefert die Bässe, die wir bei der DIY-Box so schmerzlich vermissten.

Seitdem steht sie auf dem Kühlschrank und versorgt uns mit Musik:

Erkenntnisse

Die ganze Aktion hat mir gezeigt:

  1. Überzeugungen sollte man nie blind vertrauen und als unveränderbar ansehen
  2. Wenn man Vorschläge trotz vermeintlich besseren Wissens annimmt, können die zu positiven Überraschungen führen!

Habe ich einen Fehler gemacht? Ja: ich habe meiner Erfahrung und meinem Wissen blind vertraut – und wurde vom Ergebnis enttäuscht!

Habe ich etwas richtig gemacht? Ja: ich bin auf den Vorschlag meiner Frau eingegangen – und wurde positiv überrascht!

Wenn ich nun diese Erkenntnisse verinnerliche … vielleicht werde ich ja dann doch nicht nur älter, sondern auch ein bisschen weiser? 😉


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