DIY-Projekt: festen Stand für die YouTube-Kamera

In diesem Beitrag geht es um den preiswerten Selbstbau eines stabilen Kamerahalters

Wie ich ja vor Kurzem schon verraten habe, plane ich zukünftig YouTube-Beiträge zu produzieren.

Die Vorbereitungen dafür laufen schon seit einigen Wochen auf Hochtouren. Im letzten Blog-Beitrag habe ich über die Entstehung eines geeigneten Hintergrundes berichtet (LINK HIER).
Heute zeige ich, wie ich mit einfachen Hilfsmitteln den stabilen Sockel für die Kamera baue, mit der ich zukünftig meine Moderationen filmen möchte.

Das erste entscheidende Bauteil ist ein Montagewinkel aus dem Baumarkt. Als hätte der Hersteller meine Zweckentfremdung geahnt, besitzt das gute Teil genau an der richtigen Stelle ein Loch für die Schraube, an der später die Kamera an den Sockel geschraubt werden wird:

Damit die Gehäuseunterseite der Kamera beim Anschrauben nicht verkratzt wird, schneide ich eine selbstklebende Filzplatte im richtigen Maß zurecht und stanze mit einem passenden Stanzeisen ein Loch für die eben erwähnte Montageschraube:

Dann säge ich aus einem dicken Stück (Rest-)Balken zwei kurze Quader zurecht:

Im Baumarkt hatte ich mir aus der Restebox in der Abteilung Holzzuschnitt eine kleine Multiplex-Holzplatte herausgesucht. Die habe ich tatsächlich geschenkt bekommen! 🙂 Die Balkenstummel positionier ich mit Hilfe des Montagewinkels im richtigen Abstand auf dieser Platte und zeichne die gewünschte spätere Position ein:

Die Holzsäulen möchte ich mit jeweils vier Holzdübeln an der Grundplatte befestigen. Daher zeichne ich gleichmäßige Markierungen für die späteren Vertiefungen ein. Damit ich die Position der später eingesetzten Holzdübel auf die Schnittkante der Holzbalken übertragen kann, verwende ich kleine Markiernippel – das ist ohne Zweifel der korrekte Spezialausdruck 😉 – aus Metall.

Also müssen mit der Standbohrmaschine die Löcher in einer definierten Tiefe gebohrt werden. Zunächst einmal den richtigen Bohrer aussuchen:

Jetzt die Standbohrmaschine korrekt justieren (die Löcher sollen ja nicht durch die Platte gehen!):

Die acht Löcher in die spätere Grundplatte bohren:

Nun die kleinen Metallnippel einsetzen:

Die Schnittfläche des Balkenstummels schön glatt schleifen:

Die Balken an die jeweils markierte Stelle der Grundplatte auf die Metallnippel stellen und … WUMMS! … mit dem Hammer auf die gegenüberliegende Schnittkante schlagen:

Die Schnittstelle kontrollieren, ob die Metallnippel auch ihren bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Am besten die Einschlaglöcher mit einem Bleistift noch einmal deutlicher kennzeichnen:

Jetzt kommt wieder die Standbohrmaschine zum Einsatz: die Bohrspitze in der Länge der Holzdübel markieren – abzüglich der Länge der Vertiefung, die sich in der Grundplatte befindet:

In dieser genau abgestimmten Tiefe die markierten Stellen in den Holzbalken zu Löchern für die Holzdübel werden lassen:

So sieht’s dann aus:

Jetzt die Stellen markieren, an denen die Balken mit dem Winkel verschraubt werden sollen. Winkel anhalten, durch die Löcher des Winkels mit dem Bleistift markieren und mit einer Stechahle (auch als Pfriem oder Vorstecher bezeichnet) eine Vertiefung einstechen:

Jetzt die richtig dimensionierten Schrauben (Torx, Edelstahl) in der benötigten Anzahl heraussuchen:

Um in dem recht weichen Holz der Balken sicher und sauber die Schrauben eindrehen zu können, empfehle ich, die Löcher (ungefähr im Durchmesser des Schraubenschaftes) vorzubohren. Also: Schraubenschaft messen, passenden Bohrer nehmen …

… und Löcher für die Befestigung des Montagewinkels in die Balken bohren:

JETZT KOMMT EIN WICHTIGER SICHERHEITSHINWEIS: BITTE SCHÜTZT EUCH BEIM HEIMWERKEN MÖGLICHST GUT!

Wie schnell ist ein Span (und damit meine ich nicht den Politiker!) im Auge und wie schädlich sind feine Schleifstäube für die Lunge! Also: sieht vielleicht doof aus (siehe unten) – ist aber Ehrensache, O. K.?

Denn jetzt werden aus den groben Holzstücken echte Handschmeichler! Den Schwingschleifer angestellt und mit feinem (ab 180er Korn) Schleifpapier schön rund gemacht:

Jetzt liegen alle Bauteile vor uns:

  • Die Grundplatte aus Tischlerplatte
  • Die beiden Balkenstummel
  • Der Montagewinkel
  • Die konfektionierte, selbstklebende Filzplatte

Um die hölzernen Elemente langfristig zu schützen, verwende ich ein Öl für Arbeitsplatten:

Mit dem Pinsel in gut belüfteter Umgebung satt auftragen:

Trocknen lassen:

Nach dem Durchtrocknen können der Winkel an die Balken geschraubt, die Balken mit acht Holzdübeln auf die Grundplatte geschlagen und die Filzplatte auf den Metallwinkel geklebt werden.


Hier die Ansicht von der Rückseite des Sockels:

Im Vordergrund liegt das einzige Spezialteil dieses DIY-Projektes: ein Adapter zum Anschrauben von Kameras. Ich habe es von einem Freund geschenkt bekommen: er hatte eine ganze Stange davon preiswert im Internet bestellt und brauchte dieses Teil nicht mehr (nochmals vielen Dank, Wolfgang!).

Hier die Ansicht von der Vorderseite des Sockels:


Abschließend ein Schnappschuss vom Praxistest des kompletten Aufbaus – diesmal inklusive Kamera.

Wie man sieht, zeigt der eingeblendete Horizont im Display der Kamera, dass diese horizontal korrekt ausgerichtet ist! 🙂

So, ich hoffe, Ihr seid (bei der Länge dieses Beitrages!) noch nicht eingeschlafen!
Als nächstes muss ich mich um die Beleuchtung des Sets kümmern. Mal schauen, welche Lösung ich dafür finde …

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