Grafik vs. Formate

Praxistipp »Electronic Publishing«


Aufgabenstellung

Im Zuge eines Katalog-ReDesigns soll ein möglichst schlankes Gestaltungsgerüst entstehen.

Ein Detail

Eine Maßnahme möchte ich Ihnen hier vorstellen: den Ersatz einer Grafikdatei durch die geschickte Anwendung von Absatzformaten. Dadurch wird die Pflege umfangreicher Publikationen wesentlich komfortabler – die Zeiteinsparung kann enorm sein!

Ausgangssituation

Das Layout eines Kataloges sieht ein Register vor, dessen rote Balken bis in den Beschnitt reichen:

Die roten Elemente des Registers der Orientierung im Druckwerk

In der Ausgangsversion besteht das Register aus einer platzierten Grafikdatei (»register.ai«, erstellt in Adobe Illustrator). Diese besitzt Zeichnungsebenen, auf denen sich Registernummern in jeweils zwei unterschiedlichen Stilen befinden:

Die Anzahl der Ebenen in der Grafik ist enorm …

Je nach Katalogkapitel soll eine Registernummer »aktiv« und die jeweils anderen Nummern »passiv« aussehen. Das führt zu einer Grafikdatei, die doppelt so viele Ebenen hat, wie der Katalog Kapitel besitzt! Diese Grafikdatei wird im Layout platziert.

Umständliche Anpassung

Um die jeweils gewünschte Registernummer einzustellen, müssen die jeweiligen Ebenen der Grafikdatei ein- bzw. ausgeblendet werden. Das geschieht in Adobe InDesign durch Anwahl der platzierten Grafik und dem Aufruf des Menüs »Objektebenenoptionen…«, Untermenü »Ebenen einblenden« und einer mehr oder weniger ausgiebigen »Icon-Klick-Orgie« – ziemlich aufwändig:

Durch Klicken der »Augen-Symbole« werden die Ebenen ein- oder ausgeblendet

Die Änderung

Da das Erscheinungsbild grafisch reduziert gestaltet ist, konnte ich durch geschickte Definitionen von Absatzformatierungen den »aktiven« bzw. »passiven« Eindruck der Registernummern nachbauen. Dazu erzeugte ich einen Textrahmen mit Registernummern, die jeweils mit einem harten Umbruch untereinander gesetzt wurden. Dann definierte ich mit Hilfe der Eigenschaft »Absatzlinien« einen roten Balken neben der Registernummer, der weit aus dem Druckspiegel herausragt:

Die Glyphen selbst definierte ich in einem sehr fetten (»black«) Schriftschnitt mit der Flächenfarbe »rot«. Die zweckentfremdete Absatzlinie sieht nun so aus wie der rote Balken, der vormals eine grafische Fläche war. Dieses Absatzformat soll die »aktive« Registernummer darstellen. Die übrigen Registernummern definierte ich im Schriftschnitt »light« mit einer Flächenfarbe in »30% schwarz«. Beide Definitionen speicherte ich als Absatzformate:

Registernummer im Textrahmen markieren, gewünschtes Absatzformat zuweisen – fertig!

Der Vorteil

Nun kann man durch einfaches Zuweisen des entsprechenden Absatzformates das gewünschte Aussehen der Registernummer einstellen. Selbst die Anzahl der Registernummern kann durch einfaches Löschen bzw. Ergänzen des Textes komfortabel geändert werden – genial einfach und ohne das Programm zu wechseln oder gar eine Grafik anzupassen!

Zusammenfassung

Sicher ist das hier gezeigte Beispiel keine grafische Offenbarung! Aber diese Art der Transformation einer platzierten Grafik in ein Standardelement mit spezieller Formatierung soll eine Anregung sein, sich mit dieser Methode auseinanderzusetzen!

In diesem Sinne: viel Spaß beim »Electronic Publishing« wünscht
Christian Drab

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